Ausgabe 1, Winter 2020: "Weltenphilologie"
Inhalt
Nicola Zambon: Beobachtungen an Derridas Metaphorologie
Nicola Zambons Beitrag bemüht sich zuerst darum, Derridas Weiße Mythologie als metaphorologisches Projekt, d.h. als Untersuchung der Bedingungsmöglichkeiten von Sprach- als Denkphänomenen, zu deuten. In einem zweiten Schritt werden Ähnlichkeiten und Differenzen zwischen Derridas Metaphorologie und Blumenbergs Paradigmen zu einer Metaphorologie anhand zweier theoretischer Konzeptionen des Figurativen, deren sich Derrida und Blumenberg bedienen und die sie als Matrix ihrer metaphorologischen Projekte heranziehen, gedeutet: zum einen Aristoteles’ Metapherntheorie aus der Poetik, zum anderen Kants Erläuterungen zum Symbol (in der Kritik der Urteilskraft).
Sina Dell’Anno: „was diese Welt eigentlich ist“ – Fermate oder: Philologische Beobachtungen zu einigen zu vielen Metaphern bei Jean Paul
Sina Dell’Annos Versuch nähert sich der Frage nach der Welt der Philologie auf dem (Um-)Weg einer vergleichenden Konstellation: Werner Hamachers 95 Thesen zur Philologie wird die Weltbilder-Verschwendung von Jean Pauls metaphorischem Witz gegenübergestellt, wie sie – als eigentümliche „Fermate“ – in Blumenbergs Paradigmen zu einer Metaphorologie eingegangen ist. Die Idee und Figur der Fermate und das in ihr kondensierte Verhältnis der Philologie zur Welt bildet den Ausgangs- und Zielpunkt des Essays.
Simon Godart: Die Auslegbarkeit der Welt und die Hermeneutik der Faktizität
Ausgehend von Hans Blumenbergs Leitmetapher der „Lesbarkeit der Welt“ untersucht Simon Godart, inwiefern sich auch die philosophische Hermeneutik des 20. Jahrhunderts, namentlich diejenige Martin Heideggers, als Fortsetzung der Metapherngeschichte begreifen lässt. Wenn Heideggers Weltbegriff in Sein und Zeit, aber auch schon zuvor in seiner Vorlesung zur Hermeneutik der Faktizität, maßgeblich an seinen eigentümlichen und ausgeweiteten Begriff von Hermeneutik als Auslegung und Verständnis gebunden ist, liegt der Verdacht nahe, dass auch hier philologische Verfahren als Metapher für das Ganze des Seins herangezogen werden; dass also auch unter dem Vorzeichen der Fundamentalontologie von einer Variante der Weltenphilologie zu reden wäre. Seine Hermeneutik der Faktizität versucht, den Modellcharakter der Lesbarkeit der Welt abzustreifen und so ganz ,eigentlich‘ und ,ursprünglich‘ von einer Auslegung der Welt zu sprechen.
Petra Wodtke: Die Welt als Archiv und Archäologie als Methode ihrer Erschließung. Eine physische Annäherung
Petra Wodtkes Beitrag erkundet die Möglichkeiten einer Philologie der Welt, die sich an der ganz praktischen und physischen Methodik der Archäologie bestimmen lässt und so eine eigene Form von „Lesbarkeit“ zur Diskussion stellt. In ihrer Darstellung wird die – von den Geisteswissenschaften oft und prominent, aber dabei auch verkürzt veranschlagte – Metapher der Archäologie für Verfahren der historischen Erkenntnis beim Wort genommen. Die Reflexion auf die Techniken von Ausgrabung, Re-Konstruktion und Bestimmung zeigt, dass für den archäologischen Blick die Welt als Archiv von Erd- und Zeit- und Kulturschichten zu verstehen ist – mit allen Konsequenzen eines komplexen und reflektierten Archivbegriffes, die sich daraus ergeben. Wenn man die interpretatorische und historische Leistung der archäologischen Methodik in ihrem Wechselspiel mit dem Material der Ausgrabung ernst nimmt, gewinnt man so einen weit komplexeren Ansatz zur Remetaphorisierung von Archäologie, der die Beschreibung eben nicht der ersten Ursprünge und reinen Quellen, sondern der sich überlagernden Zeitschichten eingeschrieben ist. Die Interdependenz von Interpretation und Material, von Akteur*in und Objekt, darf dabei nicht in der Zuspitzung eines reading material cultures nivelliert werden – Petra Wodtkes Fazit einer Reevaluation der Leitmetaphorik entwickelt einen differenzierten methodischen Ausblick, der sich vor allem den Modellen der Transtemporalität verschreibt, wie sie für Philologie ebenso wie für Archäologie maßgeblich sind.
Christian Guerra: Basel, Mittelpunkt der Welt. Zum Konstrukt der Oikumene und seinen antiken und mittelalterlichen Vorbildern in einem Brief von Enea Silvio Piccolomini
Ausgehend von einem Brief von Enea Silvio Piccolomini untersucht Christian Guerra, wie die Idee von einem Mittelpunkt der Welt ab dem 6. Jahrhundert v. Chr. Gestalt annahm und durch Vermittlung der griechisch-römischen Philosophie und der christlichen Theologie an die Frühe Neuzeit gelangte. Er zeigt, wie sich im Laufe der Jahrhunderte mythologische, naturphilosophische, geographische, historiographische und theologische Diskurse zu einer komplexen Meistererzählung verwoben haben, welche die Welt immer wieder von neuem narrativ erschafft. Vor diesem Hintergrund geht der Autor dann der Frage nach, wie Piccolomini sich die antike Metapher aneignete und für seine argumentativen Bedürfnisse umgestaltete. Diese Untersuchung führt ihn dabei quer durch die Weltliteratur und durch die Zeiten zu aktuellen Debatten, in denen der Mythos vom Erdmittelpunkt noch heute weiterwirkt.
Janneke Meissner: Es geht uns um die Toten Philologische Verfahren der Hervorbringung von poetischen Nachwelten in Paul Wührs Das falsche Buch
Aus dem reichhaltigen Figurenarsenal von Paul Wührs 1983 erschienenem intrikaten Prosatext Das falsche Buch wählt Janneke Meissner die Toten, um an ihnen philologische Beobachtungen im Anschluss an Werner Hamacher anzustellen. Insbesondere diskutiert sie, inwiefern sich das Wiederauftrittsrecht, das Wühr den Toten einräumt, auf die zeitlichen Strukturen der Prosa auswirkt. Anhand exemplarischer Analysen weist sie auf, worin sich Wührs Verständnis einer Philologie als Nekyia innerhalb der Das falsche Buch programmatisch durchwirkenden Poetik des Falschen entfaltet. Die Welt, die Wührs Text aufruft, gestaltet sich in einem Spiel, dessen Regeln die dem Text immanente Poetik vorgibt, als ein Transfer von Welten. Die Erzeugnisse der realen Welt dienen als Ausgangspunkt einer philologisch verfahrenden Phantasie, die Exegese und Dichtung gleichermaßen betreibt und hierin neue Welten erzeugt.
Emmanuel Heman: Die Gedächtnisschrift der Philologie zwischen Lumpensammelei und Paraphrase. Überlegungen zu Erich Auerbach und Achim von Arnim
Der Aufsatz von Emmanuel Heman untersucht am Beispiel von Erich Auerbach und Achim von Arnim verschiedene Modi der philologischen Bezugnahme auf Geschichte als und im Text. Sowohl Auerbach (insbes. in Philologie der Weltliteratur) als auch Arnim ist gemeinsam, dass sie der Philologie eine wichtige Rolle zuweisen in einer epochalen Umbruchsphase (um ca. 1800 und um ca. 1950), in der es darauf ankommt, historische Inhalte für die eigene Gegenwart zugänglich zu machen. Im Zentrum steht dabei die Überlegung, die Philologie als wirkungsvolle Gedächtnisschrift zu profilieren. Bei Auerbach vornehmlich als Mittel, die Vielfalt der Weltliteratur sowie das Bewusstsein der eigenen Historizität mithilfe des philologischen Texts präsent zu halten, bei Arnim dagegen als integraler Teil seiner Textproduktion, die sich als Poeto-Philologie verstehen lässt und sich in ein produktives Verhältnis zu den literarischen Traditionsbeständen setzt.
Tobias Klein: Welt-Komposita: Geschichte, Latenz, Situation.
Der Beitrag von Tobias Klein bespricht die 2020 erschienene Publikation Welt-Komposita. Ein Lexikon (Hg. v. Thomas Erthel und Robert Stockhammer ).
Franziska Humphreys: Das Wissen der Echsen. Gedanken beim Blättern in Freuds Herbarium
Zu den verschiedenen Quellen, die Freud für die Erarbeitung seiner Traumdeutung (1900) zitiert, zählt auch ein Traumbericht von Joseph-Remi-Leopold Delbœuf (1985), den Freud übersetzend paraphrasiert. Ausgehend von einer detaillierten Lektüre dieser Passage, geht Franziska Humphreys der Frage nach, wie Inhalt, Buchstäblichkeit und Schriftgestalt eines Textes ineinandergreifen, um jene zugleich intellektuelle und sinnliche Bewegung zu stiften, die sich Lesen nennt. Es zeigt sich, dass gerade jene Momente der gelungenen Störung, in denen Phänomene der Buchstäblichkeit und Übersetzungseffekte den imaginären Lesefluss durchbrechen, eigentlich erkenntnisstiftend sind. Diese disruptiven Elemente, so die These, können zum Ausgangspunkt einer Weltenphilologie werden, die sich selbst nicht nur als Beschreibung für das Verhältnis von Wort und Ding sieht, sondern durch ihre Eingriffe in die Wortmaterie selbst Sprachwelten erschafft, welche eigenen Gesetzmäßigkeiten folgen.
Nicola Zambons Beitrag bemüht sich zuerst darum, Derridas Weiße Mythologie als metaphorologisches Projekt, d.h. als Untersuchung der Bedingungsmöglichkeiten von Sprach- als Denkphänomenen, zu deuten. In einem zweiten Schritt werden Ähnlichkeiten und Differenzen zwischen Derridas Metaphorologie und Blumenbergs Paradigmen zu einer Metaphorologie anhand zweier theoretischer Konzeptionen des Figurativen, deren sich Derrida und Blumenberg bedienen und die sie als Matrix ihrer metaphorologischen Projekte heranziehen, gedeutet: zum einen Aristoteles’ Metapherntheorie aus der Poetik, zum anderen Kants Erläuterungen zum Symbol (in der Kritik der Urteilskraft).
Sina Dell’Anno: „was diese Welt eigentlich ist“ – Fermate oder: Philologische Beobachtungen zu einigen zu vielen Metaphern bei Jean Paul
Sina Dell’Annos Versuch nähert sich der Frage nach der Welt der Philologie auf dem (Um-)Weg einer vergleichenden Konstellation: Werner Hamachers 95 Thesen zur Philologie wird die Weltbilder-Verschwendung von Jean Pauls metaphorischem Witz gegenübergestellt, wie sie – als eigentümliche „Fermate“ – in Blumenbergs Paradigmen zu einer Metaphorologie eingegangen ist. Die Idee und Figur der Fermate und das in ihr kondensierte Verhältnis der Philologie zur Welt bildet den Ausgangs- und Zielpunkt des Essays.
Simon Godart: Die Auslegbarkeit der Welt und die Hermeneutik der Faktizität
Ausgehend von Hans Blumenbergs Leitmetapher der „Lesbarkeit der Welt“ untersucht Simon Godart, inwiefern sich auch die philosophische Hermeneutik des 20. Jahrhunderts, namentlich diejenige Martin Heideggers, als Fortsetzung der Metapherngeschichte begreifen lässt. Wenn Heideggers Weltbegriff in Sein und Zeit, aber auch schon zuvor in seiner Vorlesung zur Hermeneutik der Faktizität, maßgeblich an seinen eigentümlichen und ausgeweiteten Begriff von Hermeneutik als Auslegung und Verständnis gebunden ist, liegt der Verdacht nahe, dass auch hier philologische Verfahren als Metapher für das Ganze des Seins herangezogen werden; dass also auch unter dem Vorzeichen der Fundamentalontologie von einer Variante der Weltenphilologie zu reden wäre. Seine Hermeneutik der Faktizität versucht, den Modellcharakter der Lesbarkeit der Welt abzustreifen und so ganz ,eigentlich‘ und ,ursprünglich‘ von einer Auslegung der Welt zu sprechen.
Petra Wodtke: Die Welt als Archiv und Archäologie als Methode ihrer Erschließung. Eine physische Annäherung
Petra Wodtkes Beitrag erkundet die Möglichkeiten einer Philologie der Welt, die sich an der ganz praktischen und physischen Methodik der Archäologie bestimmen lässt und so eine eigene Form von „Lesbarkeit“ zur Diskussion stellt. In ihrer Darstellung wird die – von den Geisteswissenschaften oft und prominent, aber dabei auch verkürzt veranschlagte – Metapher der Archäologie für Verfahren der historischen Erkenntnis beim Wort genommen. Die Reflexion auf die Techniken von Ausgrabung, Re-Konstruktion und Bestimmung zeigt, dass für den archäologischen Blick die Welt als Archiv von Erd- und Zeit- und Kulturschichten zu verstehen ist – mit allen Konsequenzen eines komplexen und reflektierten Archivbegriffes, die sich daraus ergeben. Wenn man die interpretatorische und historische Leistung der archäologischen Methodik in ihrem Wechselspiel mit dem Material der Ausgrabung ernst nimmt, gewinnt man so einen weit komplexeren Ansatz zur Remetaphorisierung von Archäologie, der die Beschreibung eben nicht der ersten Ursprünge und reinen Quellen, sondern der sich überlagernden Zeitschichten eingeschrieben ist. Die Interdependenz von Interpretation und Material, von Akteur*in und Objekt, darf dabei nicht in der Zuspitzung eines reading material cultures nivelliert werden – Petra Wodtkes Fazit einer Reevaluation der Leitmetaphorik entwickelt einen differenzierten methodischen Ausblick, der sich vor allem den Modellen der Transtemporalität verschreibt, wie sie für Philologie ebenso wie für Archäologie maßgeblich sind.
Christian Guerra: Basel, Mittelpunkt der Welt. Zum Konstrukt der Oikumene und seinen antiken und mittelalterlichen Vorbildern in einem Brief von Enea Silvio Piccolomini
Ausgehend von einem Brief von Enea Silvio Piccolomini untersucht Christian Guerra, wie die Idee von einem Mittelpunkt der Welt ab dem 6. Jahrhundert v. Chr. Gestalt annahm und durch Vermittlung der griechisch-römischen Philosophie und der christlichen Theologie an die Frühe Neuzeit gelangte. Er zeigt, wie sich im Laufe der Jahrhunderte mythologische, naturphilosophische, geographische, historiographische und theologische Diskurse zu einer komplexen Meistererzählung verwoben haben, welche die Welt immer wieder von neuem narrativ erschafft. Vor diesem Hintergrund geht der Autor dann der Frage nach, wie Piccolomini sich die antike Metapher aneignete und für seine argumentativen Bedürfnisse umgestaltete. Diese Untersuchung führt ihn dabei quer durch die Weltliteratur und durch die Zeiten zu aktuellen Debatten, in denen der Mythos vom Erdmittelpunkt noch heute weiterwirkt.
Janneke Meissner: Es geht uns um die Toten Philologische Verfahren der Hervorbringung von poetischen Nachwelten in Paul Wührs Das falsche Buch
Aus dem reichhaltigen Figurenarsenal von Paul Wührs 1983 erschienenem intrikaten Prosatext Das falsche Buch wählt Janneke Meissner die Toten, um an ihnen philologische Beobachtungen im Anschluss an Werner Hamacher anzustellen. Insbesondere diskutiert sie, inwiefern sich das Wiederauftrittsrecht, das Wühr den Toten einräumt, auf die zeitlichen Strukturen der Prosa auswirkt. Anhand exemplarischer Analysen weist sie auf, worin sich Wührs Verständnis einer Philologie als Nekyia innerhalb der Das falsche Buch programmatisch durchwirkenden Poetik des Falschen entfaltet. Die Welt, die Wührs Text aufruft, gestaltet sich in einem Spiel, dessen Regeln die dem Text immanente Poetik vorgibt, als ein Transfer von Welten. Die Erzeugnisse der realen Welt dienen als Ausgangspunkt einer philologisch verfahrenden Phantasie, die Exegese und Dichtung gleichermaßen betreibt und hierin neue Welten erzeugt.
Emmanuel Heman: Die Gedächtnisschrift der Philologie zwischen Lumpensammelei und Paraphrase. Überlegungen zu Erich Auerbach und Achim von Arnim
Der Aufsatz von Emmanuel Heman untersucht am Beispiel von Erich Auerbach und Achim von Arnim verschiedene Modi der philologischen Bezugnahme auf Geschichte als und im Text. Sowohl Auerbach (insbes. in Philologie der Weltliteratur) als auch Arnim ist gemeinsam, dass sie der Philologie eine wichtige Rolle zuweisen in einer epochalen Umbruchsphase (um ca. 1800 und um ca. 1950), in der es darauf ankommt, historische Inhalte für die eigene Gegenwart zugänglich zu machen. Im Zentrum steht dabei die Überlegung, die Philologie als wirkungsvolle Gedächtnisschrift zu profilieren. Bei Auerbach vornehmlich als Mittel, die Vielfalt der Weltliteratur sowie das Bewusstsein der eigenen Historizität mithilfe des philologischen Texts präsent zu halten, bei Arnim dagegen als integraler Teil seiner Textproduktion, die sich als Poeto-Philologie verstehen lässt und sich in ein produktives Verhältnis zu den literarischen Traditionsbeständen setzt.
Tobias Klein: Welt-Komposita: Geschichte, Latenz, Situation.
Der Beitrag von Tobias Klein bespricht die 2020 erschienene Publikation Welt-Komposita. Ein Lexikon (Hg. v. Thomas Erthel und Robert Stockhammer ).
Franziska Humphreys: Das Wissen der Echsen. Gedanken beim Blättern in Freuds Herbarium
Zu den verschiedenen Quellen, die Freud für die Erarbeitung seiner Traumdeutung (1900) zitiert, zählt auch ein Traumbericht von Joseph-Remi-Leopold Delbœuf (1985), den Freud übersetzend paraphrasiert. Ausgehend von einer detaillierten Lektüre dieser Passage, geht Franziska Humphreys der Frage nach, wie Inhalt, Buchstäblichkeit und Schriftgestalt eines Textes ineinandergreifen, um jene zugleich intellektuelle und sinnliche Bewegung zu stiften, die sich Lesen nennt. Es zeigt sich, dass gerade jene Momente der gelungenen Störung, in denen Phänomene der Buchstäblichkeit und Übersetzungseffekte den imaginären Lesefluss durchbrechen, eigentlich erkenntnisstiftend sind. Diese disruptiven Elemente, so die These, können zum Ausgangspunkt einer Weltenphilologie werden, die sich selbst nicht nur als Beschreibung für das Verhältnis von Wort und Ding sieht, sondern durch ihre Eingriffe in die Wortmaterie selbst Sprachwelten erschafft, welche eigenen Gesetzmäßigkeiten folgen.

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